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Stimmen zu Lodovica San Guedoro

 

Harlekins Requiem ist eine realistische, illusionslose, ironische Schilderung der gegenwärtigen Situation unseres und zugleich des europäischen Theaters. Ein spätsommerliches, stets faszinierendes Rom, das schon bald von den ersten herbstlichen Unwettern heimgesucht wird, bildet den idealen Hintergrund für die schöpferische Begeisterung einer Autorin, die Tag für Tag von den zögerlichen, zweideutigen und verräterischen Reaktionen der Theaterleute enttäuscht wird. Wir finden Sie hier alle wieder, Gabriele Lavia, Luca Ronconi, Peter Stein, Ida Di Benedetto, Mariangela Melato, Arnoldo Foà...
Francesco Bonardelli, La Gazzetta del Sud

Mit Interesse habe ich die beiden Texte von Lodovica San Guedoro gelesen (Das Leben ist ein Traum e  Der Kobold und die Lügnerinnen). Es sind ungewöhnliche Stücke, zweifellos, und sie verdienen besondere Beachtung, jedoch...
H. Wündrich, Berliner Ensemble

Die neue dramatische Schöpfung von Lodovica San Guedoro führt den erstaunten Leser-Zuschauer in räumlich-zeitliche Dimensionen, die zunächst den idyllischen Charakter von durch eine Zauberlaterne produzierten optischen Illusionen haben, dann aber zu einem unbeherrschbaren Reigen beängstigender Gefühle, flüchtiger Erscheinungen, geheimnisvoller, erschreckender Geräusche werden. Und dieser fast unmerkliche Übergang wird mit sicherer Hand realisiert, mit einer Kunstfertigkeit, die ein vollkommenes Wissen um die menschliche Vorstellungskraft verrät: um die Fähigkeit nämlich, in einer Nicht-Wahrheit etwas viel Wahreres zu erkennen als in den täglich verkündeten Wahrheiten. Unvermeidlich kommt uns die bekannte Intuition des Giovanni Battista Vico in den Sinn, wonach die erhabenste Leistung der Poesie darin besteht, "den sinnlosen Dingen Sinn und Leidenschaft zu verleihen, so wie Kinder seelenlose Gegenstände in die Hand nehmen und sie reden lassen, als wären es lebende Personen"... Die philosophischen Themen werden von der Autorin in diese Féerie mit einer Geschicklichkeit und Leichtigkeit eingeflochten, die verwundert und bezaubert... Wir erleben eine Sprache von kristalliner Vollkommenheit und die Fähigkeit, jeden moralischen oder metaphysischen Skrupel mit einer unbekümmerten, unerschöpflichen Phantasie wegzufegen. La vita è un sogno wird wie die zwei einzigen anderen Theaterstücke, die - aus entgegengesetzten Gründen - mit ihm vergleichbar sind (Zurück zu Methusalem von Shaw und Der blaue Vogel von Maeterlinck), kein leichtes Leben auf unseren Bühnen haben; doch wird es sich schließlich durchsetzen und alle Schwierigkeiten einer Inszenierung durch seine stilistischen Qualitäten und seinen innovativen Aufbau überwinden.
Lucio Chiavarelli, Primafila

Einen Kriminalroman besonderer Art hat die junge Sizilianerin Lodovica San Guedoro geschrieben. Ihre Einladung zum Mord (Nymphenburger Verlag) ist eine preziöse Satire von erlesener Boshaftigkeit und stilistischer Raffinesse. Es ist eine entzückende Schrebergartenidylle in der Via dei Gelsomini (Jasminstraße) voller kauziger und schrulliger Einwohner, die durch den Einzug der Familie Rubinacci empfindlich gestört wird. ...Die philosophisch-theoretischen Diskurse der beiden Denkakrobaten sind das Herstück des voller ironischer Brechungen erzählten "wahrhaftigen Berichts". Daß Wahrheit und Klarheit sich mit einem maliziös-eleganten Schluß-Schlenker in abgefeimter Menschenfreundlichkeit auflösen, zeugt vom literarisch kultivierten Hintersinn der 35jährigen italienischen Autorin.
Gabriella Lorenz, Abendzeitung

...Die mit literarischen Anspielungen und doppelbödigen Formulierungen reichlich gespickte Gesellschaftssatire ist eine Anstiftung auch in dem Sinne, als sie zu kriminalistisch-vergnüglichem Lesen verführt. Zu einem Lesen, das zwar nicht um den bösen Hintersinn der geschilderten Schrebergartenidylle herumkommt, sich aber deswegen dem betörenden Reiz der Erscheinungen nicht zu entziehen braucht... Die surrealistisch überhöhte Geschichte macht deutlich, dass phantastische Unwahrscheinlichkeiten einem tieferen Wahrheitsgehalt nicht im Wege stehen...
Charitas Jenny-Ebeling, Neue Zürcher Zeitung


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Einladung zum Mord heißt ihr erstes literarisches Kind, das proper, wohlgeraten und recht munter in der Wiege strampelt. Lodovica San  Guedoro parodiert in dieser Geschichte, die eine Serie von Kapitalverbrechen ganz dezent zum Gegenstand macht, das Genre des Kriminalromans und seines Helden, des Privatdetektivs. Die Autorin tut dies mit großer Eleganz, wenn sie die branchentypischen Versatzstücke ganz locker einflicht und in maliziöser Manier das preiswerte Strickmuster bloßlegt... Ein starkes Gesellenstück...
Eckhard Britsch, Neue Westfälische

...Lodovica San Guedoro schrieb mit bilderreicher Sprache eine herrliche Persiflage auf bierernste Kriminalromane. Mit feiner Ironie, die hin und wieder in beißenden Spott übergeht, entlarvt sie menschliche Schwächen und Leidenschaften...
Günter Schäfer, Wetzlarer Neue Zeitung

...Freunde der guten Literatur sollten die sizilianische Autorin Lodovica San Guedoro nicht  aus den Augen lassen.
Monika von Zitzewitz, Die Welt

...Das phantasievolle literarische Gedankenspiel ist bei Lodovica San Guedoro jedoch keine Hinwendung zum Historismus oder zum postmodernen Kalkül, sondern eine kühne Entgegnung auf die politische Realität des jetzigen Italien... Lodovica San Guedoro schreibt sich schließlich wie ein Heiliger Guedoro, aber ihr Name kann auch wie Goldenes Blut gelesen werden. Und das Blut rinnt recht schillernd in diesem Roman...
Gerhard Kofler, ORF

Die Languste und der Tod
Dieses Hörspiel hat einen so schönen Anfang, daß man sich sofort darin verliebt: Geräusche auf einem Platz, Schritte, ein Fahrrad, Vögel, Stimmen... Dann folgt die wunderschön beschriebene, flüchtige Begegnung einer Frau und eines Mannes - die Frau hat einen Knopf verloren, und sie finden ihn zusammen wieder... Aus den folgenden Geräuschen kristallisiert sich die Unterhaltung zweier Herren heraus. Sie hadern mit der traurigen Tatsache, daß nirgends in der Stadt ein gutes Restaurant zu finden ist. Gemeinsam schlendern sie über den Platz, lauschen dem Klang eines Klaviers, und landen doch schließlich in einem Restaurant. Dort wählen sie bei einem überaus freundlichen Kellner ihre Speisen aus. Einer der Herren läßt sich auf ein Wagnis ein: Er bestellt eine Languste.
Die Wartezeit zieht sich in die Länge, die Herren werden unruhig. Die eben noch so hochgestimmte Atmosphäre verändert sich... Der Kellner serviert die Languste unpersönlich und reserviert. Böse Ahnungen steigen auf... Und tatsächlich: Die Languste ist verdorben, ein schrecklicher Eklat ereignet sich. Andere Gäste ergreifen für den Kellner Partei und versuchen, die beiden Herren zu diskreditieren... In dem Tumult erhebt sich plötzlich ein höllisches Dröhnen: Die Languste selbst ergreift das Wort. Ihre Anklage ist schmerzvoll wie jede Wahrheit: Sie, eine kleine, lebenslustige Languste, ist völlig umsonst gestorben.  Man hat sie ihres Leben beraubt, sie gemordet, doch die Tatsache, daß bei ihrer Zubereitung durch Nachlässigkeit jeder Genuß unmöglich wurde, hat ihren Tod sinnlos gemacht. Ein sinnloser Tod ist das größte Verbrechen, der tiefste Schmerz überhaupt - auch für eine Languste.
Ihr Monolog läßt alle verstummen: Das Tier ist nicht auf dem Teller zu finden, die wahre Bestie sitzt mit einer Damastserviette ummantelt davor! Die Wahrheit ist unerträglich. Deshalb fahren die Gäste mit ihrem wüsten Gekreisch fort. Die beiden Herren müssen fliehen...
Dieses Hörspiel ist außerordentlich poetisch, witzig, geistreich... Es läßt durch die Komposition von Sprache und Geräuschen wunderschöne Bilder im Kopf entstehen, die Atmosphäre eines Sommerabends auf einem Platz (in einer südlichen Stadt), die Atmosphäre eines feinen Restaurants... Auch die Gespräche tragen zu dieser Stimmung bei. Sie sind manchmal tiefgründig, meistens belanglos, aber immer geheimnisvoll. Es entsteht der Eindruck, als sei man selbst ein Flaneur in abendlichen Gassen, der den beiden Herren aus Neugier in das Speiselokal folgt und das Geschehen beobachtet. Dem aufgeregten, eitlen Treiben der Menschen, die alles Schöne immer zerstören wie ein bösartiges Kind, setzt die Languste, das Opfer, ein Ende, und man ist froh darüber. Die Klage der Languste erscheint wie das Seufzen einer Blume, flüchtig, poetisch...
Rüdiger Kremer, Leiter der Hörspielabteilung Radio Bremen

Mit Stil, Stock und Scharfsinn
Der Titel klingt makaber -Einladung zum Mord- und  schön  makaber ist auch das ganze Buch der jungen Sizilianerin Lodovica San Guedoro. Ihr ist es gelungen, Krimiparodie und Gesellschaftssatire zu einem literarischen Ganzen zu verschmelzen, das schmunzeln macht und Spannung erzeugt - ein selten gewordener Glücksfall. Unbekümmert nimmt die Italienerin Anleihen bei der berühmtesten Krimiautorin aller Zeiten. Ihr Signor Parotti ist unverkennbar eine italienische Version von Agatha Christies distinguiertem Hercule Poirot. Und Parottis Detektivspiele karikieren so unverblümt die traditionell dramatischen Schlußenthüllungen vor versammelten Verdächtigen, daß es eine wahre Freude ist. Zur Seite steht dem stilvollen kleinen Herrn ein etwas tumber Kommissar, der den listig ausgelegten Köder nur zu gern schluckt.
Am Ende war's dann keiner der Verdächtigen, auch nicht der Gärtner. Fünf Morde immerhin hat das ungleiche Duo aufzuklären. Und alle in einer Familie! Die hat sich sehr zum Ärger der Nachbarn in der friedlichen Straße einer toskanischen Stadt eingenistet und mit Auto, Stereoanlagen und Hare-Krishna-Freunden zum Sturm auf die letzte Bastion der Weltabgeschiedenheit angesetzt. Dabei fällt ein Familienmitglied nach dem anderen. Die Morde sind dezent arrangiert, ohne Blutvergießen und andere geschmacklose Details. Die bleiben den Hinterbliebenen überlassen, die sich gegenseitig mit Haßtiraden und Verdächtigungen überhäufen. Da am Ende die jüngste Tochter als einziges Familienmitglied überlebt, muß sie wohl der Mörder gewesen sein. Oder doch nicht?
Lodovica San Guedoro gönnt dem Leser einen langen Blick in eine Idylle, in der Rezepte für selbst eingelegtes Sauerkraut ebenso Platz haben wie die Einladung zum Mord.
li, Augsburger Allgemeine/Magazin

Wiederum überrascht die Autorin aus detaillierter Alltagsperspektive heraus. Ihre Impulse der Skurrilität schöpft sie aus einer Fülle von Lebensbetrachtungen, die gerade in ihrer Unmittelbarkeit verblüffen. So zeigt sich auch in diesen Erzählungen (Amor Vitae) das phantastische Literaturspiel weit mehr schreibend erlebt als kalkuliert. Das Unwahrscheinliche trifft die Autorin an jeder Ecke, und das rundet ihren Stil so zielstrebig ab.
Gerhard Kofler, ORF, Wien